Segelferien 2025

59_bis_zum_naechsten_Mal
Unterwegs mit den beiden Segelschiffen "Passaat" und "Aldebaran" auf dem Wattenmeer
«Eine Handbreit Wasser unter dem Kiel»

Dieser Wunsch galt für die Segelferien der insgesamt 50 Personen, die in der ersten Sommerferienwoche auf den beiden Segelschiffen «Passaat» und «Aldebaran» unterwegs waren auf dem Wattenmeer. Zum zweiten Mal nahmen Erwachsene und Jugendliche zusammen an diesem Angebot unserer Kirchgemeinde teil.

Der Kurs der «Passaat» mit den 22 Jugendlichen und Leitern führte uns zur «Insel der grauen Mönche», nach Schiermonnikoog. Die ganze Insel steht unter Naturschutz und ist die östlichste der niederländischen Wattinseln. Die «Aldebaran» mit den 23 Erwachsenen segelte zuerst nach Ameland, der Nachbarinsel. Für sie ging es anschliessend Richtung Vlieland und Terschelling weiter. Um die Inseln Ameland und Schiermonnikoog anzulaufen von Harlingen aus, müssen wegen den Sandbänken die Gezeiten und das Wetter stimmen für den Zeitrahmen, der ihnen gesetzt ist. Der Kapitän erklärte, das sei pro Saison nur ein bis zweimal möglich, deshalb war es schon etwas Besonderes, dass es für uns klappte.

Die Routen der beiden Schiffe waren zwar verschieden, aber das Programm war in etwa gleich. Die Hauptbeschäftigung war segeln. Nach dem Frühstück ging es los mit Segel setzen. Dazu war Muskelkraft und Teamarbeit gefragt. Dasselbe galt für die Segel aufrollen und einpacken bevor das Schiff jeweils vor Anker ging. Dazwischen gab es genug Zeit zum Spielen oder zum Chillen auf Deck. Der Wind spielte fast die ganze Zeit mit und wir waren meistens zügig unterwegs.
Wo es zeitlich passte, mieteten beide Teams «fietsen» und fuhren mit den Tandem- oder normalen Velos zur Nordseeküste oder flanierten durch die Städtchen auf den Inseln. Die Erwachsenen genossen die Stimmung, gingen was trinken oder spazierten, die Jugendlichen sprangen lieber in die Wellen der Nordsee oder angelten. Auch «Trockenfallen» auf einer durch die Ebbe freiwerdenden Sandbank gab es auf beiden Schiffen. Krebse und Muscheln sammeln oder die Wattvögel bei der Futtersuche zu beobachten war genauso interessant wie einfach die spezielle Möglichkeit zu geniessen, dort zu wandern, wo ein paar Stunden vorher noch alles mit Wasser überflutet war. Wir sahen auch immer wieder mal Seehunde, die in der Nähe des Schiffes schwammen oder sich sonnten auf einer Sandbank.

Einige Jugendliche hatten sich für den geistlichen Input am Abend Gedanken gemacht zu einzelnen der «ich bin» Worte von Jesus Christus. Sie sind auch das Thema der Gebetswoche, die im September in der Kirche Trüllikon stattfindet.
Die Erwachsenen ankerten einmal über Nacht auf dem Wattenmeer, die Jugendlichen kamen sogar zweimal in den Genuss, auf dem Meer zu übernachten. Das zweite Mal «Trockenfallen» war allerdings nicht so geplant gewesen. Von Schiermonnikoog her müssen die Schiffe etliche Sandbänke überqueren, um wieder in den tieferen Schiffskanal zurückzukommen, der nach Harlingen führt. Der Kapitän hatte uns vorgewarnt, dass es knapp werden könnte. So kam es dann auch: Es reichte nicht ganz. Drei Bojen später und wir hätten es geschafft… So mussten wir auf die nächste Flut warten, bis der Kapitän uns mitten in der Nacht zum Kanal schippern konnte, aber den Jugendlichen gefiel die extra Nacht auf dem Meer.

Vor Terschelling passierten wir die «Aldebaran», die dort noch im Watt vor Anker lag und winkten ihnen zu. Die «Passaat» erreichte den Heimathafen Harlingen zuerst und als die Erwachsenen in den Hafen einfuhren, salutierten wir ihnen in identisch blau-weiss gestreiften Seemanns T-Shirts und brachten ihnen ein Ständchen mit dem Lied «Frei wie der Wind» der Band Santiano. Am Freitag dauerte die Rückreise wegen den Ferienstaus in Deutschland etwas länger und wir kamen müde, aber - trotz später Stunde – zufrieden wieder in der Schweiz an.
Marianne Hablützel (Jugendschiff)

Wer mag, kann sich den 24. Oktober vormerken, dann findet in der Kirche Trüllikon um 19 Uhr ein offener Abend für alle mit Rückblick aufs Segellager statt.

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